Xi’An: Ausländer, Tonsoldaten und Wasserspiele

Und wie immer melde ich mich aus dem Zug zu meinem (vorerst letzten) Reisebericht. Denn nach drei Tagen in Xi’An, bin ich seit heute Morgen um 6.35 Uhr Pekinger Zeit, endlich auf dem Weg nach Chengdu. Dort werde ich natürlich weiterhin über das Leben in China, mein Studium und diverse Trips, die sich hoffentlich ergeben werden, berichten. Aber nach 7 Stationen in drei Ländern
(Zu Hause → Berlin (~140 km)
Berlin → Krasnojarsk (~4.900 km)
Krasnojarsk → Peking (~2.500 km)
Peking → Hohhot (~400 km)
Hohhot → Ordos (~220 km)
Ordos → Xi’An (~600 km)
Xi’An → Chengdu (~610 km))
und damit insgesamt fast 10.000 zurückgelegten Kilometern (Luftlinie gerechnet), kann auch ruhig erst einmal Schluss sein und ich freue mich bereits darauf meine Tasche endlich auspacken zu können und richtig anzukommen. Aber zunächst möchte ich euch natürlich noch einen Rückblick über die vergangenen Tage geben:

Die beste Unterkunft ist immer relativ
Jedes Mal, wenn ich an einen neuen Ort gekommen bin, wo ich noch niemanden kannte beziehungsweise mir niemand hatte Tipps geben können, wo ich am besten unterkommen sollte, informierte ich mich auf einer gewissen Website. Dort geben Reisende ihre Erfahrungen mit Unterkünften, Sehenswürdigkeiten etc. an andere weiter, was natürlich eine große Hilfe bei der Auswahl einer Unterkunft oder beim Erstellen eines Besichtigungsplan sein kann. Allerdings ist die dabei entstehende Liste natürlich nicht verbindlich und zudem hat jeder auch einen anderen Geschmack.
Letztlich muss ich zugeben, dass auch ich dabei vom „Ranking-Fieber“ nicht verschont geblieben bin und natürlich zunächst die Hostels mit einer möglichst hohen Bewertung kontaktierte. In Xi’An gelang es mir dann zum aller ersten Mal in das „Nr. 1 Hostel“ einer Stadt einzuchecken. Voller Erwartungen kam ich also an – und mit gemischten Gefühlen fuhr ich heute wieder ab.
Das Hostel ist sehr groß, sauber, ordentlich, günstig und wenn man wollte, könnte man jeden Abend an einer anderen Veranstaltung teilnehmen. Das war also alles nicht das Problem. Allerdings orientieren sich vermutlich viele, wenn nicht sogar alle Reisenden, an besagter Website und so hatte ich das Gefühl – allein im Hostel – mehr Ausländern als auf meinem gesamten bisherigen Trip, zu begegnen.

Vermutlich ist das ein Makel von mir, aber auch schon in Taiwan hatte ich mich sehr schnell eher auf Seiten der Taiwaner, als den Ausländern zugehörig gesehen und hier merke ich, dass es schon wieder ähnlich losgeht. Ich meine, ich bin doch nicht hergekommen, um den ganzen Tag mit anderen Ausländern Englisch zu reden, sondern um Chinesen kennenzulernen und mit denen auf Chinesisch zu sprechen. Vielleicht sehe ich das alles auch etwas zu eng. Die Mehrzahl der Touristen mag es schließlich als eine große Erleichterung empfinden, wenn neben Chinesisch alles auch auf Englisch beschriftet ist. Ich für meinen Teil fühle mich davon jedoch häufig recht schnell genervt, zumal es schwer fällt, das Englische einfach auszublenden, wenn ich beispielsweise eine zweisprachige Speisekarte anschaue. Ein anderes Beispiel ist, wenn ich mit jemanden spreche und ihn beim ersten Mal nicht gleich verstehe, weil es vielleicht sehr laut ist, der andere leise, schnell und mit starkem Akzent redet oder wir durch eine Glasscheibe getrennt sind und ich ihn darum bitte, sich zu wiederholen. Im Hostel bekam ich die Antwort das zweite Mal dann stets in perfektem Englisch.
Das alles ist sicher nett gemeint und das Hostel an sich kann ich jedem wirklich empfehlen, aber mein persönliches „Nr. 1 Hostel“ war es damit leider nicht und ich werde beim nächsten Mal herzlich gern wieder in ein kleinere, unbekanntere, etwas dreckigere, aber dafür fast ausschließlich von Chinesen bewohnte Herberge einkehren. Aber immerhin, wieder etwas gelernt! 🙂

Xi’An – Einmal Reise in die Vergangenheit und zurück bitte
Xi’An ist eine schöne Stadt. Lebendig, grün und trotz seiner mehr als 3100 jährigen Geschichte auch sehr modern. Besonders für Geschichtsliebhaber gibt es hier eine Menge zu entdecken. Zum einen beherbergt die Stadt eines der größten Geschichtsmuseen Chinas, zum anderen ist sie der Standort einiger sehr, sehr geschichtsträchtiger Objekte und Gebäude wie beispielsweise der Großen Wildganspagode und natürlich der berühmten Terrakotta Armee. Leider habe ich während meines kurzen Aufenthaltes nicht alles geschafft, zu besichtigen, aber immerhin die drei oben genannten sowie einige weitere Orte konnte ich auf meiner Liste abhaken.

Xi'Ans Südtor mit der einzigen noch vorhandenen Zugbrücke.
Xi’Ans Südtor mit der einzigen noch vorhandenen Zugbrücke.
Ein Teil von Xi'Ans fast vollständig erhaltener Stadtmauer.
Ein Teil von Xi’Ans fast vollständig erhaltener Stadtmauer.
Blick über den 'Burggraben' in Richtung Neustadt.
Blick über den ‚Burggraben‘ in Richtung Neustadt.

Aber fangen wir ganz von vorn an: Ich kam am späten Abend des 03. Septembers in Xi’Ans Südbahnhof an. Obwohl die Ankunft erst für 22.40 Uhr geplant war, sah ich bereits gegen 22.10 Uhr die hellerleuchteten Silhouetten der Hochhäuser am Fenster vorbeifliegen, woraufhin ich mich beeilte, schnell meine Sachen zusammenzupacken. Tatsächlich kamen wir jedoch erst kurz vor elf an, denn der Südbahnhof liegt ein gutes Stück außerhalb der Stadt. Also das erstbeste Taxi schnappen und ab in die Stadt, so die Devise. Zum Glück hatte ich im Zug bereits einen Chinesen kennengelernt, der in die gleiche Straße wollte wie ich. Zudem hatte uns eine andere Mitfahrerin aus dem Zug verraten, dass die Strecke für jeden von uns maximal 50 Yuan kosten dürfte und wir unbedingt darauf bestehen sollten, das Taxometer anzuschalten. Am Bahnhof angekommen, sahen wir uns einem gigantischen Knäuel von öffentlichen und „privaten“ (=semilegalen) Taxis gegenüber, die darum buhlten uns für horrende Preise in die Stadt zu befördern. Wir blieben unserer Linie treu und fanden nach vielen Diskussionen einen passenden Fahrer. Ich habe auf Grund der Tatsache, dass er scheinbar nur kaum oder gar kein Mandarin sprechen konnte, zwar kaum etwas von dem verstanden, was er sagte, aber dafür hatte ich ja meinen Begleiter (,der später allerdings zugab, bei weitem auch nicht alles verstanden zu haben. Der Fahrer redete nämlich im lokalen Shaanxi Dialekt, aber übelste Sorte). Die 50 minütige Fahrt war dann auch mal wieder von der besonders spannenden Sorte. Zusammengefasst könnte ich sagen: wir waren schnell (sehr schnell), die Straße war schlecht, die Hupe im Dauereinsatz und das Fernlicht ebenso (es scheint so eine Art Spiel zu geben: Indem man in die Straßenmitte fährt, wie wild hupt und aufblendet, weist man die entgegenkommenden Fahrer darauf hin, dass sie doch bitte ihr Fernlicht ausschalten mögen. Der Gegenverkehr antwortet auf die gleiche Art und Weise und am Ende heißt es Auge um Auge, Zahn um Zahn und wer zu erst ausweicht, hat verloren. Zum Glück gab es keine Situation, wo beide Seiten unbedingt gewinnen wollten…)
Nach unser aufregenden Fahrt in die Stadt, entschieden sich mein Begleiter und ich dazu, den nächsten Tag gemeinsam zu verbringen. Das Geschichtsmuseum und die Große Wildganspagode standen auf dem Programm. Hier noch ein Tipp: wer seinen Pass mitbringt, erhält freien Eintritt ins Museum! Dafür muss die Pagode gleich doppelt vergütet werden. Einmal der Eintritt in den Park und dann noch einmal, wann man ins Innere der Pagode hinein möchte. Auch wenn man so auf insgesamt 10€ kommt, lohnt es sich aus meiner Sicht, diesen Preis zu bezahlen, denn vom siebten Stock aus bietet sich ein toller Ausblick über die ganze Stadt!

Im 7. Stock der großen Wildganspagode: Blick nach Norden
Im 7. Stock der großen Wildganspagode: Blick nach Norden
Im 7. Stock der großen Wildganspagode: Blick nach Osten
Im 7. Stock der großen Wildganspagode: Blick nach Osten
Im 7. Stock der großen Wildganspagode: Blick nach Süden
Im 7. Stock der großen Wildganspagode: Blick nach Süden
 Im 7. Stock der großen Wildganspagode: Blick nach Westen
Im 7. Stock der großen Wildganspagode: Blick nach Westen
Mit meinem chinesischen Begleiter...
...und mit dem Mönch Xuanzang vor der großen Wildganspagode. Links mit meinem chinesischen Begleiter und rechts mit dem berühmten Mönch Xuanzang, der später zur Hauptfigur der ‚Reise nach Westen‘ wurde, vor der großen Wildganspagode.

Nach einem gemeinsamen Essen unterhielten wir uns anschließend noch sehr lange und ausführlich über alle möglichen Themen. Das interessanteste war dabei wieder einmal: Würde eine Demokratie zu China passen und falls nicht, was sind die Stärken und Schwächen des aktuellen Systems und wo sind Reformen erforderlich? Auch sehr spannend war unsere Debatte über das chinesische Bildungswesen und wir kamen sogar auf die chinesische Entwicklungshilfe in Afrika zu sprechen, mit der ich mich letztes Jahr im Rahmen einer Hausarbeit auseinandergesetzt hatte!
Am Abend besuchte ich noch den Xing Shan Tempel und das anliegende Kloster. Eine Seite des Tempels wird gerade renoviert. Auf den ersten Blick dachte ich darum, dass er geschlossen sei. Dem war aber nicht so und so war ich mehr oder weniger allein mit den Mönchen und einigen Leuten, die zum Beten gekommen waren! 🙂
Xingshan Tempel in Xi'An (1)
Xingshan Tempel in Xi'An (2)
Xingshan Tempel in Xi'An (3)

Am zweiten Tag trennten sich unsere Wege, da mein Begleiter im Gegensatz zu mir geschäftlich in Xi’An war (er arbeitet in der Marketing Abteilung einer Firma, die Dienstleistungsunternehmen bewertet). Darum machte ich mich allein auf den Weg zum vermeintlichen Highlight Xi’Ans: der Terrakotta Armee und dem Grab des ersten Himmelskaisers.
Beides ist etwas außerhalb der Stadt gelegen und je nach Verkehrssituation sollte man mindestens 60 bis 90 Minuten pro Fahrt einplanen. Beiden Stätten liegen circa 1,5 Kilometer voneinander entfernt und nach dem Besuch der Tonsoldaten gibt es kostenlose Shuttle-Busse, die einen zur Grabanlage bringen. Der Eingang zur Museumsanlage war zudem etwas versteckt, was angesichts ihrer Größe etwas verwunderlich ist.
Die Terrakotta Armee ist zweifellos sehr eindrucksvoll und eine künstlerische Meisterleistung.

Vor den Soldaten des ersten Kaisers von China.
Vor den Soldaten des ersten Kaisers von China.
In der größten Ausgrabungshalle der Museumsanlage.
In der größten Ausgrabungshalle der Museumsanlage.

Zudem gibt sie wertvolle Aufschlüsse über das Militärwesen und den herausragenden technologischen Stand Chinas zur Zeit der Qin Dynastie (210 v. Chr.). Beispielsweise wiesen viele der Bronzewaffen, die man fand, eine dünne Chromschicht auf. Als sie ausgegraben wurden, waren sie „scharf und glänzend wie neu“ (freie Übersetzung nach einer Informationstafel). Zum Vergleich: Das moderne Verchromungsverfahren wurde 1937 bzw. 1950 von den Deutschen und Amerikanern entwickelt!

So spannenden und interessant es auch war, die Tonsoldaten an ihrem Ausgrabungsort bestaunen zu können, war ich allerdings auch etwas enttäuscht. Ich hatte die meiste Zeit über den Eindruck, dass es den Betreibern des Museums mehr um die Initiierung und Kommerzialisierung der Figuren, als um das tatsächliche Vermitteln von Wissen über die Zeit und den Prozess ihrer Entstehung geht. Zwar wurden diese Dinge auch thematisiert, allerdings war die Anzahl an Informationstafeln überschaubar und wenn ich wirklich gewollt hätte, hätte ich innerhalb von weniger als einer Stunde mit allem durch sein können. Natürlich hätte ich mich auch einer der geführten Touren anschließen können, allerdings machte das, was ich von diesen mitbekam, auch nicht gerade einen wesentlich informativeren Eindruck auf mich. Nach den Tonsoldaten wollte ich mich beeilen zur Grabanlage zu kommen, da diese nur noch 1,5 Stunden geöffnet sein sollte. Auf dem Weg zu den Shuttle-Bussen musste ich jedoch zunächst eine wahre Souvenir-Stadt durchqueren, die gefühlt halb so groß war wie die gesamte Ausgrabungsstätte der Tonsoldaten. Am Grab angekommen, nahm die Enttäuschung dann weiter zu. Kurz gesagt handelt es sich um eine gigantische mehrere Quadratkilometer große Parkanlage mit einer pyramidenartigen Anhebung in der Mitte (das Grab des ersten Kaisers). Wer sich dafür mehr interessiert, kann sich beispielsweise bei Wikipedia über die chinesischen Pyramiden belesen. Ansonsten fand ich zwei kleinere Gebäude, in denen ebenfalls Ausgrabungen vorgenommen werden – und das war alles. Doch irgendetwas musste man doch noch von dem Grab sehen können!? Ich fing an das Grab zu umkreisen (soll heißen, ich bin circa zu einem Viertel um es herumgelaufen, es ist wirklich sehr groß) und traf dabei Michael, einen in der Ukraine geborenen Israeli. Er war ebenfalls auf der Suche nach einem Eingang oder etwas ähnlichem. Da kam mir eine Idee: Ich packte mein Handy aus, schaltete mein GPS an und siehe da – es wurden tatsächlich vier Wege zur Spitze des Hügels angezeigt. Wir gingen zum nächsten und sahen: Nichts. Zumindest keinen richtigen Weg, lediglich einen kleinen zugewachsenen Trampelpfad, der in den Wald hinaufführte. Wir schauten uns an und waren uns beide nicht sicher, ob wir es wagen sollten, doch einfach unverrichteter Dinge wieder abzuziehen, wollten wir auch nicht. Also marschierten wir los, vierzig Minuten bis zum Schließen des Museums blieben noch. Das Gebüsch wurde dichter, doch mein GPS sagte mir, dass wir auf der richtigen Spur waren.
Ich fragte mich bereits, ob ich gerade wieder im Begriff davon war, eine Dummheit zu begehen und wie ich den chinesischen Autoritäten erklären würde, warum ich auf die Spitze des (wenn auch gigantisch großen) Grabhügels ihres ersten Kaisers klettern wollte, als wir endlich ankamen. Wir traten aus dem Schatten der Bäume hervor und fanden uns auf einer kleinen Lichtung. Doch was wir vorfanden, war nicht das, was wir erwartet hatten: in der Mitte des Platzes stand eine schwarze Steinplatte, auf der eine Karte des Parks eingezeichnet war und ringsherum lag Müll, Müll und noch einmal Müll. Spätestens ab da machte ich mir keine Sorgen mehr, dass wir irgendwelchen Ärger bekommen würden. Denn offensichtlich waren wir bei weitem nicht die ersten Leute hier oben und im Gegensatz zu unseren Vorgängern, behandelten wir den Ort deutlich respektvoller. Immerhin bot sich uns aber eine schöne Aussicht über Xi’An und die angrenzenden Berge.

Von der 'Spitze der Pyramide' gab es nach Süden ein Panorama von Xi'An...
Von der ‚Spitze der Pyramide‘ gab es nach Süden ein Panorama von Xi’An…
...und nach Westen eines von den angrenzenden Bergen.
…und nach Westen eines von den angrenzenden Bergen.

Nach unserem Abstieg machten wir uns auf den Rückweg zum Ausgang. Dort versicherte ich mich bei den Mitarbeitern des Parks noch einmal: die Grabanlage ist (im Augenblick noch) nicht zugänglich und die beiden kleinen Gebäude mit den Ausgrabungslöchern sind alles, was man hier im Augenblick anschauen kann. Damit war zumindest die Grabanlage für mich ein Flop.
Die Soldaten waren wie gesagt sehr beeindruckend. Wem es allerdings nur darum geht, diese einmal live gesehen zu haben, dem empfehle ich anstatt dessen nur ins Geschichtsmuseum zu gehen. Dort sind auch einige Exemplare ausgestellt und man spart sich die insgesamt drei Stunden fahrt sowie die 10€ Eintritt. Die gesparte Zeit könnte man dann für einen Ausflug zum nahe gelegen Hua Shan nutzen, was mir von vielen empfohlen worden ist. Dort kann man je nach Lust und Laune in der malerischen Landschaft für ein oder zwei Tage wandern gehen. Für meinen nächsten Besuch habe ich mir das auf jeden Fall schon einmal vorgemerkt!

Die Rückfahrt nach Xi’An dauerte besonders lange, da wir genau in die abendliche Rush Hour kamen. Das war aber nicht sonderlich schlimm, weil ich im Bus ganz hinten in der Mitte saß und so mit zwei netten Paaren aus Fujian und Xinjiang, die links und rechts von mir saßen, ins Gespräch kam.
Abends gingen Michael und ich dann noch einmal zur Großen Wildganspagode, weil dort jeden Tag von 20 bis 22 Uhr die größten Wasserspiele Asiens stattfinden. Zu einer bunten Auswahl von klassischer und chinesischer Musik konnten wir 45 Minuten lang verschiedene „Choregraphien“ der bunt angeleuchteten Springbrunnen bestaunen. Zunächst hielt ein in seine Trillerpfeife verliebter Polizist die Zuschauermassen unter allen Umständen davon ab, den Rand des Wasserbeckens auch nur zu betreten. Spätestens nach einer Viertelstunde waren er und seine Kollegen jedoch nicht mehr die Herren der Lage und sie konnten die in das Becken strömende Menge lediglich kurzzeitig und lokal vertreiben. Mir sollte es recht sein, denn so konnte ich ebenfalls ein paar tolle Fotos schießen! 🙂
Wasserspiele vor der großen Wildganspagode (1).Wasserspiele vor der großen Wildganspagode (2.Wasserspiele vor der großen Wildganspagode (3).Wasserspiele vor der großen Wildganspagode (4).Wasserspiele vor der großen Wildganspagode (5).

Anschließend ging es mit der U-Bahn zurück Richtung Hostel, schnell noch ein Bild vom berühmten Glocken-Turm bei Nacht gemacht, meine Tasche gepackt und dann noch einmal für dreieinhalb Stunden ins Bett.

Der Glockenturm im unmittelbaren Zentrum von Xi'An.
Der Glockenturm im unmittelbaren Zentrum von Xi’An. Hier wurde einst jeden Morgen mit einem Glockenschlag das Herablassen der Zugbrücken veranlasst. In rund 100 Meter Entfernung befindet sich wiederum der Trommelturm, der am Abend mit einem mächtigen Trommelschlag das Hochziehen der Zugbrücken veranlasste.

Und hier schließt sich der Kreis. Seit heute Morgen sitze ich wie gesagt im Zug. Nachdem ich mich ausgeschlafen hatte, habe ich die Zeit abwechselnd mit am PC schreiben und aus dem Fenster schauen verbracht. Abgesehen von den ständigen Tunneln, würde ich die ganze Fahrt am liebsten Aufnehmen. Es sieht haargenau so aus wie in den Filmen, die man so kennt. Große, von grünen Wäldern überwucherte Berge, dazwischen Flüsse, Felder an Berghängen (Reisterrassen habe ich noch nicht sehen können) und steile Felsstürze. Allerdings prägen ab und an auch schwarz rauchende Schornsteinschlote und gigantische Anlagen, von denen ich nicht weiß, wofür sie gut sind, die Landschaft. Außerdem sieht man manchen Flüssen auch an, wofür sie missbraucht werden und dass man besser nicht in ihnen Baden sollte.

Die Spannung und Vorfreude auf Chengdu steigt, leider bin ich mal wieder in der Situation, dass ich ankomme, ohne einen Schlafplatz zu haben. Am ersten Tag in Xi’An war ich so müde gewesen, dass ich mich nicht darum gekümmert hatte und ausgerechnet gestern fiel dann das Internet aus. Das einzige Hostel, das ich hatte anrufen können, hatte zwar ein freies Bett zu einem fairen Preis, als ich nach einigen Minuten Gespräch jedoch sagte, dass ich Ausländer sei, war man etwas überrascht und meinte, dass man leider nicht an Ausländer vermieten dürfte. Sehr dubios. Aber ich werde schon etwas finden! 🙂

Ein Gedanke zu „Xi’An: Ausländer, Tonsoldaten und Wasserspiele“

  1. Hey Albi,
    Eindrucksvolle Artikel über deinen derzeitigen Aufenthaltsort…
    Hochinteressant und gut geschriebenn untermalt mit ebenso eindrucksvollen Bildern!
    Es freut mich das auch die Website in ihrer Einzelgestaltung langsam Form annimmt.
    Meld dich mal wieder 😉

    Greetings from good old Germany
    Alex

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