Urlaub in Taiwan Teil 2

Franz auf dem Schiff nach PenghuFrüh hatte alles problemlos geklappt, wir hatten unseren Zug erwischt, und waren zwar knapp, aber pünktlich am Hafen angekommen. Unsere Plätze lagen sogar in einem abgegrenzten Raum, wo lediglich 10 Plätze waren. Das war auch ganz gut so, denn der Wellengang während der 1,5 stündigen Fahrt war so heftig, dass allein in unserem Abteil 2 Leute der Seekrankheit erlagen, und selbst uns 3 Kanuten zunächst etwas mulmig war. Ich sag’s mal so: ich will nicht wissen, was in dem Großraum, wo die restlichen über 100 Passagiere saßen abgegangen sein muss. Und dann waren wir auch schon auf Penghu angekommen.

Franz und Rebekka auf ihrem Roller in PenghuPenghu ist der Name einer Inselgruppe welche sich westlich von Taiwan befindet, aber zum selben Land gehört. Wir wurden am Hafen von einer Mitarbeit unserer Unterkunft empfangen, die uns um unser Gepäck erleichterte. Dann ging es erst einmal zum Rollerausleih. Unsere Gefährte waren nagelneu, und 150ccm stark, was schon einmal sehr gut war. Als nächstes suchten wir uns ein kleines Restaurant zum Mittag und begannen anschließend die Insel unsicher zu machen.

Erstaunlich war die starke Militärpräsenz, da auf der Hauptinsel ein verhältnismäßig großer Militärstützpunkt mit Panzern und allem drum und dran liegt. Da guckten wir einmal nicht schlecht, als wir falsch abbogen, und uns in schwerbewachten Kaserneneinfahrt befanden, und die Wache auch gleich auf uns zu eilte, von wegen was wir denn dort zu suchen hätten.

Ansonsten merkt man auch sofort, dass die Leute dort wenn nicht vom Fischfang, dann aber von den Touristen leben. Überall gibt es Hostels, Einkaufsmöglichkeiten, auch nicht wenige Ausländer, und dazwischen sieht man vieler Orts zum Trocknen ausgelegte Tintenfische, die einen amüsanten Widerspruch zu dem vorher beschriebenen abgeben.

Als wir dann am Nachmittag endlich unser Zimmer beziehen konnten, wollten wir dann auch endlich ab an den Strand. Nach einigen Orientierungsschwierigkeiten (die Proportionen der uns gegebenen Karte ließen zu wünschen übrig), kamen wir dann endlich an. Und uns bot sich ein hammermäßiger Ausblick! Riesige Wellen, die selbst Franz, der schon an den großen australischen Stränden gewesen ist, ein vor Freude jauchzendes „Geil!“ entlockten, dazu rechts einen großen Felsen in weiter Ferne, und das beste war der Horizont: einer schwarze Wolkenrolle walzte sich ihren Weg auf uns zu, und verschmolz irgendwo weiter hinten mit dem Horizont. Wir hatten nämlich kurz zuvor erfahren, dass ein Taifun sich auf die Insel zu bewegte. Während also alle Leute in Angesicht des drohenden Unwetters aus dem Wasser eilten, lieh Franz sich noch schnell ein Bodyboard aus, und los ging es. Anfangs kamen wir gegen die Wellen gar nicht an, und schafften es so gar nicht aufs offene Meer hinaus, nach einer Weile hatten wir aber den Dreh raus, und man gewöhnte sich sogar an das Brennen des Salzes in den Augen.
Ich weiß nicht wie lange wir im Wasser waren, es hat aber jedenfalls sau Spaß gemacht! Unser Abendessen - (hier noch ungegrillte) AusternDann wurde der Regen aber doch sehr heftig, und wir machten uns auf den Weg zurück.
Da wir keine Lust hatten zum Abendessen (BBQ) erneut durch den Regen zu fahren zu müssen, nutzten wir eine Notlüge, und sagten der Besitzerin der Übernachtung, dass wir keine Regenbekleidung hätten, woraufhin sie uns kurzerhand selbst hinfuhr, und auch gleich noch eine Rückfahrt organisierte. Das Abendessen war auch wieder gewohnt gut, und es gab von leckeren Nudeln, über Shrimps, verschiedenes Fleisch bis hin zu massig Austern auch wieder eine breite Auswahl.

Am nächsten Morgen ging es wieder zeitiger raus, und das Wetter hatte sich zum Glück auch wieder beruhigt und die Sonne strahlte, was sehr gut war, denn es war ein Ausflug zu zwei kleineren Inseln im Nordosten geplant. Nachdem wir zunächst erneut Schwierigkeiten hatten, die Karte richtig zu deuten, kamen wir gerade noch rechtzeitig in dem kleinen Hafen an – nur um dann zu erfahren, dass sich ein herabhängendes Seil von einem Fischkutter in der Schraube unseres Schiffes verheddert hatte. Nach etwas Warten ging es dann aber doch los.

Mickey Mouse Rebekka und ich mit ein paar Seeigeln auf PenghuWir mit einem Kugelfisch auf PenghuRebekka noch einmal allein mit ihrem KugelfischFür den Vormittag war zunächst Schnorcheln angesagt. Leider, und das war etwas enttäuschend, bekamen wir zwar sämtliche Ausrüstung dazu, aber eben keine Schnorcheln (Ich fragte nach, und bekam etwas von wegen „Sicherheitsgründen“ zu hören). Naja, schade aber nicht zu ändern, trotzdem hatten wir unseren Spaß im Wasser. Zugegeben, es war eine Massenveranstaltung, und demnach mussten wir uns auch nicht unbedingt an Aktionen wie „Fische mit eigenen Händen fangen“ beteiligen, aber dennoch war es schon beeindruckend, als die Guides dann noch zwei zahme Moränen, Kugelfische und massenweise Seeigel in ein paar abgetrennten Becken präsentierten, und man die Möglichkeit hatte diese Tiere mal etwas näher zu begutachten.










Wasseraction auf PenghuWasseraction auf PenghuAm Nachmittag fand dann der vermutlich für Franz und Rebekka schönste Teil des Urlaubs statt. Wir fuhren zunächst mit den Booten zu einer „schwimmenden“ Insel. Der Untergrund besteht nicht etwa aus Sand oder Felsen, sondern aus diversen Korallen, Muscheln, etc. Warum diese dort alle auf einem Haufen lagern, weiß ich nicht. Fakt ist, die Insel verfügt über keine Verbindung zum Boden, und schwimmt deshalb im Wasser. Dort verbrachten wir dann die nächsten Stunden mit allen möglichen Arten von Wasser„sport“. Das sah meist so aus: man nahm auf irgendeinem Sofa ähnlichen, Reifen artigen, bananenförmigen oder was auch immer führ einem Gefährt platz, gab dann wie in unserem Fall dem Fahrer des Bootes das Zeichen mal richtig Gas zu geben. Und dann ging‘s los. Ich glaube die Bilder sprechen da für sich 😉



PenghuPenghuPenghuDer folgende Tag war auch schon der letzte auf Penghu. Und um diesen gut nutzen zu können, hieß es mal wieder – genau, zeitig aufstehen. Die schonfertig gepackten Taschen gaben wir an der Rezeption ab, dann ging es zurück in die Stadt, zu einem anderen Hafen. Diesmal war es ein größeres Schiff, denn es lag auch ein gutes Stück Weg vor uns. Bei enormem Wellengang fuhren wir 1,5 Stunden zur ersten von 2 Inseln im Südwesten. Was ursprünglich als Scherz der Besatzung gemeint war, nahmen wir für bare Münze und nahmen tatsächlich im Freien auf dem Oberdeck auf einer kleinen Holzbank Platz. Und das entpuppte sich als Geniestreich, da wieder dutzende Gäste im Innenraum der Seekrankheit erlagen, und wir so vor dem Geruch geschützt waren. Wir hingegen hatten an der frischen Luft gar keine Probleme, konnten die Aussicht genießen, oder die Zeit zum Schlafen nutzen. Angekommen auf unserem ersten Ziel, gab es wieder ein paar Roller zum Ausleihen, und dann ging die Rundfahrt los. Da ich sonst zwei Mal das selbe erzählen würde, fasse ich unsere Erlebnisse auf den beiden Inseln kurz zusammen: Man sieht viel Natur, viel Wasser, tolle Klippen, Ziegen, das eine oder andere alte Gebäude, und ansonsten nicht viele Menschen.
Mir hat es dort sehr gut gefallen, und es waren zudem zwei der unberührtesten Flecken Erde, die ich in Taiwan bisher gesehen habe. Natürlich sind die Auswirkungen des Tourismus auch leicht zu sehen, denn außer Touristen besucht niemand diese Inseln, und wer dort keine Ziegen hütete, Roller vermietet, oder Essen kocht, der macht irgendetwas anderes was mit dem Tourismus im Zusammenhang steht. Dennoch habe ich mich dort sehr wohl gefühlt, und genoss es sehr aus dem stark verstädterten Taichung mal wieder richtig raus in die Natur zu kommen. Dazu gab es dann noch Dinge wie die Früchte von Kakteen, die man ja auch nicht jeden Tag probieren kann, und damit war es ein gelungener Ausflug. Im Anschluss ging es zurück, dort machten wir eine Rast, und begaben uns dann erneut auf das Boot in Richtung Festland. Auch hier versuchten wir möglichst schnell wieder einen Platz draußen, um nicht denselben Fehler wie bei der Hinfahrt zu machen. Doch es schien, als hätten wir uns schon mehr oder weniger dran gewöhnt, und so verging die Fahrt auch schneller als beim ersten Mal.
Als wir ankamen, war es bereits Abends, und wie es weiter ging, das lest ihr im letzten Artikel!

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