Urlaub in Taiwan Teil 1

Franz und Rebekkas Ankunft in TaiwanSo, gestärkt mit einem Mund voll leckerer, deutscher Schokolade, mache ich mich nun an die Arbeit, endlich ein paar Zeilen über den zurückliegenden Urlaub zu schreiben.
Zunächst noch einmal ein kurzer Rückblick auf das „was zuletzt geschah“:

Nach seinem Silbererfolg bei der U23 WM in den USA war Franz zusammen mit seiner Freundin Rebekka in den wohlverdienten Urlaub nach Taiwan aufgebrochen. Nach langem Flug und 5-stündigem Aufenthalt in Shanghai, trafen sie dann auch endlich am internationalen Flughafen in Taoyuan an, wo ich bereits auf sie wartete.

Im Anschluss ging es noch einmal mit dem Bus 150 Minuten zurück nach Taichung, wo wir meine Freundin von Arbeit abholten, Quartier bezogen und dann erst einmal lecker Abendessen gehen. Blöderweise hatten wir alle bei diesem Anlass vergessen die Kamera mitzunehmen, weshalb es vom Essen leider keine Bilder gibt. Das Restaurant was wir besuchten, hat einen japanischen Stil und es gibt Gegrilltes. Das heißt konkret: Man muss sich vor dem Essen die Schuhe ausziehen, und dann findet man in der Mitte des Tisches einmal ein eingelassenes Loch, welches dann mit glühenden Kohlen oder Ähnlichem befüllt und einem Grillrost ausgestattet wird, und zum anderen bekommt man noch einen Topf mit Suppe, in dem Gemüse und andere Kleinigkeiten vor sich hinköcheln. Bestellen kann man dann nach Lust und Laune, da es nur einen Festpreis gibt.

Ja, und da ließen wir es uns dann schmecken. Selbst für mich, der ja nun doch schon eine ganze Weile hier ist, gab es noch die eine oder andere Sache zu probieren. Froschfleisch wäre dabei vermutlich an erster Stelle zu nennen. (Ich kann beruhigen, es schmeckt nicht viel anders als anderes Fleisch, einzig den Ekelfaktor beim Gedanken an Frösche gilt es zu vertreiben, denn der verdirbt einem den Appetit, nicht der Geschmack.) Ansonsten gab es von diversen Teilen von Schwein, Rind und Huhn, über Strauß, diverse Meeresfrüchte wie Kalamari, Austern, Muscheln, Krabben,… so ziemlich von Allem etwas.

Aussicht auf Taichung bei Nacht

Nachdem wir aufgegessen hatten, war dann aber auch erst einmal die Luft raus an diesem Abend. Franz und Rebekka hatten schließlich einen langen Flug hinter sich, meine Freundin war den ganzen Tag arbeiten gewesen, und ich hatte auch mehr als 5 Stunden im Bus verbracht. Darum ging es zeitig zurück und ab ins Bett.

Am Sonne-Mond-SeeAm nächsten Morgen fuhren wir dann zunächst zum Bahnhof, und von dort mit einem anderen Bus weiter zum Sonne-Mond-See. Leider hatte ich mich da sehr verkalkuliert, denn der Bus fuhr erheblich länger als angenommen. So kamen wir auch erst gegen Mittag an unserem Ausflugsziel an. Dort borgten wir uns sogleich 2 Roller aus, und nach dem Tanken, konnte es dann auch endlich losgehen. Wir fuhren am Wasser entlang um den See herum, und machten ab und an halt, um uns die Landschaft oder ein paar Tempel anzuschauen. Am Sonne-Mond-See Das ging einige Stunden so weiter, und zuletzt jagte ich uns noch einen Berg hoch (zu Fuß) und dort dann auf eine Pagoda, die die höchste Erhebung im gesamten Umkreis darstellt. Der Aufstieg war einerseits ganz interessant, weil uns eine Vielzahl an Eidechsen, Gekkos, großen Schmetterlingen und allem möglichen anderen was da so „kräucht und fleucht“ über den Weg lief und flog, allerdings hatten Franz und Rebekka doch etwas mit der Luftfeuchte und Temperatur zu kämpfen. (Ich schwitzte zwar nicht weniger als die beiden, mir macht das ganze aber nicht mehr sehr viel aus. 😉 ) Und bevor es dann am späten Nachmittag wieder mit dem Bus zurück ging, aßen wir noch ein traditionelles taiwanisches Eis. Zunächst wird dazu ein ganz normal kleiner Eisblock klein geschreddert, und auf die „Eisspähne“ werden dann verschiedene Zutaten gegeben. Diese können ganz unterschiedlich sein, von Obst, über Süßkram bis hin zu diversen Bohnen. In dem Fall gab es von allem ein bisschen. Über das Ganze wird dann noch eine Art Zuckerrohrsirup gegeben, und fertig. Nun ja, ich denke ich brauche hier nicht besonders zu beschreiben, wie der Durchschnittseuropäer reagiert, wenn man ihm verkündet, dass auf seinem Eis u.a. rote Bohnen liegen, so sah die Reaktion in diesem Fall nämlich auch aus. 😉
Die Rückfahrt verging aber deutlich schneller als die Hinfahrt, denn es dauerte nicht lange, bis wir alle eingeschlafen waren.

Zum Abend war dann ein erster Nachtmarktbesuch geplant, dadurch dass wir von unserem Tagesausflug aber schon sehr schön erschöpft waren, aßen wir ein paar Kleinigkeiten, schlenderten etwas umher, und begaben uns dann wieder zurück zu unserer Unterkunft.

ZhanghuaAm nächsten Tag ging es dann in die Heimatstadt meiner Freundin Fee: Zhanghua. Da wir aber auch endlich mal wieder etwas ausruhen mussten, schliefen wir etwas länger, und machten uns dann erst auf den Weg. Angekommen trafen wir uns mit Fees Bruder und gingen Mittag essen. Ausnahmsweise war es aber ein Steakhouse, und wir alle hatten mit riesigen Fleischbergen zu kämpfen. Mehr als satt machten wir uns dann auf den Weg zur größten Sehenswürdigkeit der Stadt: einem riesigen Buddha, welcher auf einem kleinen Berg „sitzt“, von wo aus er die gesamte Stadt überblicken kann. Die Aussicht war wie immer atembraubend, allerdings war es einfach zu heiß um es sehr lange in der Sonne auszuhalten, und darum schlichen wir von Schatten zu Schatten, und taten das einzig sinnvolle: Eis essen. 🙂

LukangAls nächstes stand noch auf dem Plan in eine kleine Stadt etwas südlicher zu fahren: Lukang. Wenn auch heute nicht mehr sonderlich wichtig, ist jene Stadt eine der ältesten Taiwans, und viele der größten und wichtigsten Tempel sind dort zu finden. Außerdem gibt es dort noch eine richtige Altstadt, die in fast allen größeren taiwanischen Städten heute nicht mehr zu erkennen ist. Dank der Überredungskunst von Fee fanden wir sogar einen Taxifahrer der uns verhältnismäßig günstig direkt bis in die Stadt fuhr.
Franz in LukangDa es immer noch sehr heiß war, verbrachten wir die meiste Zeit damit über die Märkte zu schlendern, zur Erfrischung kaufte ich noch eine gelbe Wassermelone (ja, ich habe mich nicht verschrieben!), allerdings hatten wir da noch mehrere Tage dran zu essen, und der Verkäufer wollte mir leider keine halbe geben. Außerdem kauften wir die meiner Meinung nach leckersten Fleischknödel in ganz Taiwan (jedes Mal wenn ich dort bin, nutze ich konsequent die Chance dazu 😉 )! Nachdem wir dann den letzten Tempel angesteuert hatten, war die Motivation für weitere touristische Aktivitäten vollends erschöpft, und wir steuerten zurück in Richtung Stadtzentrum. Durch Zufall sahen wir plötzlich einen kleinen Bus mit der Aufschrift „Taichung“, und wir versuchten einfach unser Glück und winkten im zu. Zu unserer eigenen Verblüffung hielt er auch tatsächlich an und nahm uns für einen super Preis und in Rekordzeit zurück nach Taichung.

Während der Fahrt begann dann aber plötzlich Sintflutartiger Regen, und er wollte einfach nicht aufhören. Was nun? Angekommen entschieden wir uns spontan noch auf einen anderen Nachtmarkt zu gehen. Da viele Gebäude in Taiwan für solche Fälle extra einen Vorsprung haben, unter dem man laufen kann, war das sehr praktisch, da wir im trockenen von Stand zu Stand schlendern und auch noch eine Kleinigkeit essen konnten. Franz war aber auf der Suche nach einem speziellen Paar Turnschuhe, und nachdem wir den vielleicht 6. Laden erfolglos verlassen hatten, beschlossen wir doch erst einmal zurück zu fahren. (Im Geschäft neben unserer Unterkunft wurde er dann aber doch noch fündig. 😀 ). Und das sollte es auch schon gewesen sein, mit der Zeit in Zentral Taiwan. Denn am nächsten Tag hieß es um 5 aufstehen, und mit dem Zug ab Richtung Süden und von dort mit dem Schiff weiter nach Westen. Aber das lest ihr im nächsten Artikel! 🙂

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