In den Siguniang Bergen 2

Tag 2. Changpinggou:
Wir stehen kurz nach den ersten Sonnenstrahlen auf und stellen fest, dass wir die ersten sind. Die gesamte Unterkunft schläft noch – inklusive den Besitzern. Da wir nicht mit hungrigen Mägen losmarschieren wollen, müssen wir wohl oder übel warten. Gegen 8 Uhr gibt es dann Frühstück und das Warten hat sich mehr als gelohnt, denn alles ist hausgemacht und wir dürfen sogar in der urigen Küche der Besitzerfamilie speisen!

siguniangshan_fruehstueck (1)siguniangshan_fruehstueck (2)Anschließend geht es dann endlich los. Zunächst stellt sich noch die Frage: Reiten oder Wandern? Hierbei setze ich meinen Dickschädel und die Erinnerung an den schmerzenden Hintern beim Reiten in der Mongolei durch. Die nächsten rund 6 Stunden wandern wir abwechselnd gefühlt durch Österreich, Frankreich, Kanada und Tibet – so vielfältig ist die Landschaft. Dazu scheint die Sonne und die Kopfschmerzen vom Vortag sind auch verschwunden.changpinggou (1)changpinggou (2)changpinggou (3)changpinggou (4)changpinggou (5)changpinggou (6)changpinggou (7)changpinggou (8)changpinggou (9)changpinggou (10)changpinggou (11)changpinggou (12)changpinggou (13)changpinggou (14)changpinggou (15)changpinggou (16)changpinggou (17)changpinggou (18)changpinggou (19)changpinggou (20)changpinggou (21)Ein Problem ergibt sich allerdings doch: als wir uns nach 15km Laufstrecke (Luftlinie) und wer weiß wie vielen Höhenmetern entscheiden, umzukehren (bzw. als wir tatsächlich umkehren… ich hatte die anderen beiden genötigt, doch noch „ein Stück“ weiter zu wandern), ist es bereits nach 14.30 Uhr. Der letzte Bus vom Eingang des Tals zur Unterkunft soll Punkt 17 Uhr abfahren. Verpassen wir diesen, verlängert sich unser Rückweg um zusätzliche 6km. Also raffen wir uns auf, mobilisieren die letzten Kräfte und treiben uns gegenseitig an. Anfangs kommen wir ziemlich gut voran und das Relief ist auf unserer Seite. Die Zeit schläft jedoch nicht und beginnt schon bald uns davon zu laufen. Ich schlage ein strafferes Tempo an und fange an, Vorweg zu gehen, um dem Busfahrer im Zweifelsfall um eine Gnadenfrist bitten zu können. Letztlich haben wir aber Glück, denn wir sind nicht die einzigen, die noch unterwegs sind: Der letzte Pferdetrack hatte gemeinsam mit uns den Rückweg angetreten und war auch nicht schneller als wir. Eine halbe Stunde später als geplant, vollkommen erschöpft und dehydriert, allerdings mit dem stolzerfülltem Gewissen, doppelt so schnell wie auf dem Hinweg gewesen zu sein, lassen wir uns in die Bussitze fallen. Das Abendprogramm fällt noch einmal deutlich karger als am Vortag aus: Essen, Duschen, halb 9 liegen wir im Bett.

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