In Chengdu: Ausflug nach Leshan und Besuch beim größten Buddha der Welt

Chengdu ist die Hauptstadt der Provinz Sichuan und Albrechts derzeitige Heimat. Sie liegt im Südwesten Chinas und zählt mit ca. 14 Millionen Einwohnern zu den größeren Städten Chinas.
Von hier aus ging es früh zeitig los mit dem Bus nach Leshan zur höchsten Buddhastatue der Welt (Anm. Albi: Die größte noch existierende aus Stein gemachte Buddha-Statue. Jemand erzählte mir vor einer Weile, dass es in Afghanistan bis vor einigen Jahren noch größere gegeben haben solle, diese jedoch leider durch die Taliban zerstört wurden. Nach einer kleinen Onlinerecherche stieß ich auf die Buddha-Statuen von Bamiyan. Diese waren allerdings kleiner als der Buddha in Leshan. Möglicherweise war das Vergleichskriterium aber auch die Pose, denn während der Buddha in Leshan „sitzt“, „standen“ die Statuen in Bamiyan.). Die Busfahrkarten hatte Albrecht am Abend vorher mit Hilfe eines netten chinesischen Geschäftsmannes am Computer in dessen Privatwohnung über dessen Kreditkarte gebucht. Inzwischen waren auch noch zwei weitere Studenten aus Passau zu uns gestoßen, Elske und Arif, beide hatten in Shanghai einen Chinesischlehrgang absolviert und wollten mit uns zusammen noch ein paar Tage die Sehenswürdigkeiten der Umgebung erkunden. Umgebung heißt hier immer erst ein paar Stunden Bus- oder Autofahrt, ehe man an dem gewünschten Ort ist. Angekommen in Leshan ging es erst einmal in einen herrlichen Park, wo man sehr sehr viele kleine, große, sitzende, liegende, hockende, dicke, dünne und auch vielarmige steinerne Buddhas in verschiedensten Höhlen oder in die Parklandschaft eingebettet, bewundern konnte. Eine Gottheit mit vielen Armen hat uns zu einem besonderen Foto veranlasst.Wir vor einer der zahlreichen Buddha-Statuen....Buddhas.Buddhas...Zum Verwechseln ähnlich, oder?Auf unserem Weg zum größten Buddha der Welt ging es, wie konnte es auch anders sein, immer schön bergauf, von dem Buddha war noch lange nichts zu sehen. Und dann war er da – der Kopf . Ein toller Anblick, das muss ich schon sagen! Einfach überdimensional groß, graue Locken, lange Ohrläppchen, schmale Augen, beeindruckend! Man musste sich über das Geländer hinunterbeugen, um überhaupt etwas von den Füßen sehen zu können.Der große Buddha von Leshan.Der große Buddha von Leshan. (2)Im Februar sind dort nicht ganz so viele Menschen, das heißt, wir brauchten uns nicht ähnlich wie bei der Einreise nach Amerika stundenlang zwischen vorgegebenen Metallgittern entlang bewegen, um dann nach 5 Minuten weiterzugehen, damit andere Menschen auch einen Blick auf die Statue werfen konnten. Albi mischte sich unter eine chinesische Reisegruppe (er fiel ja auch gar nicht weiter auf) und konnte so noch weitere interessante Details in Erfahrung bringen:
90 Jahre soll es gedauert haben, bis im Jahre 803 diese höchste in Stein gehauene Skulptur (71m) eines Buddhas fertiggestellt war. Der große Fußnagel hat eine Länge von 1,60 m, die Ohren messen 7 m. So befindet sich auf seinem Kopf zwischen den Steinlocken eine besondere Rinne, die als Regenrinne funktioniert und der Regen wird dann hinter seinen Ohren den Felsen abgeleitet. Sonst wäre wahrscheinlich sein Gesicht schon ganz grün vom Algenbewuchs.
Es ist auch möglich, sich die Statue vom Wasser aus anzusehen, aber der Blick von oben herab auf das breite Flussbett, diesen riesigen Kopf und die im Nebel liegende Stadt Leshan ist auch sehr beeindruckend.
Der Blick auf die andere Seite des Kopfes belehrte uns, dass doch sehr viele Menschen auch im Februar diese Sehenswürdigkeit bewundern wollten und mit Schrecken sahen wir, was uns noch erwartet, wenn wir zu den Buddhafüßen hinunter wollten. Menschenmassen, in langen Schlangen aufgereiht, um zu warten, die äußerst schmale Treppe hinuntersteigen zu können.
Wir sahen uns alle an und jeder von uns verabschiedete sich innerlich von dem Gedanken, auch von unten einen Blick auf diese imposante sitzende Statue zu werfen. Langsam stiegen wir einen anderen Weg wieder hinunter….um nach einer Weile festzustellen, dass wir uns im Gegenstrom von den Leuten befanden, die von den Füßen wieder hinaufstiegen! Was für ein toller Glücksumstand, dass wir uns für den anderen Abstieg entschieden hatten!Zu Füßen des großen Buddhas.Und nun bot sich uns von unten ein toller Anblick des größten Buddhas der Welt! Man erfasst gar nicht mit einem Mal diese Riesenfigur, dazu steht man zu dicht davor. Wir fühlten uns winzig klein und Fragen gehen einem durch den Kopf: Wie haben wohl vor über 1000 Jahren die Arbeiter sich an dieser Figur festgemacht, um sie zu aus dem Stein herauszuarbeiten? Wie haben sie die ganzen Steine und das Geröll weggebracht? Wer war der Planer der Figur? (Anm. Albi: Die Statue geht auf einen Mönch namens Haitong (海通) zurück, der sich durch den Bau eine Beruhigung des angrenzenden Flusses erhoffte. Auf Grund diverser finanzieller Engpässe dauerte die Fertigstellung über 90 Jahre und Haitong selbst erlebte sie demnach auch nicht mehr. Allerdings: durch den Bau des Buddhas fiel so viel überschüssiges Material an, dass mit der Ablagerung der Flusslauf verändert und die Befahrung ungefährlich gemacht wurde. Das entsprechende Material stammt jedoch nicht nur vom Buddha selbst – die Statue soll Teil einer noch viel gigantischeren Skulptur sein: Der gesamte Felszug soll ein gigantischer, schlafender Buddha sein, mit der großen Buddha-Statue an der Stelle seines Herzens. Ob das stimmt, kann ich leider nicht sagen, da wir wie gesagt keine Gelegenheit hatten, die Szenerie vom Wasser aus zu bestaunen.)

Dann ging es zurück im Schweinsgalopp per Fahrradrikscha und schließlich weiter zum nächsten Ausflugsziel: dem Emei Berg.P1190462P1190464

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