I’m singing in the rain…

Mal wieder ein Taifun über Taiwan, mal wieder „Taifun-frei“. Trotz der Ankündigung, dass der Taifun gestern Nachmittag die Westküste Taiwans erreichen sollte, hatten sich meine Freundin Fee und ich in einer Stadt südlich von Taichung mit Freunden zum Abendessen verabredet. Dort angekommen, machten sich auch schon die ersten Zeichen für das bevorstehende bemerkbar. Sich biegende Palmen und herumfliegende Blumentöpfe (mit Pflanzen bis ca. 1m Höhe), zwar nicht schön, aber auch noch nicht extravagant.

Taifun in TaiwanNach dem Essen, und auf dem Rückweg zum Bahnhof, machte der Wind dann noch deutlich mehr Stimmung. Beim Warten auf die Lok zurück nach Taichung, lasen wir im Internet, dass in sämtlichen Regionen Taiwans für den nächsten Tag Schule und Arbeit ausgesetzt wurden. Und auch im Zug, hatte der Schaffner einmal zu kämpfen die Tür noch mit Hand zu schließen, da der Wind so stark war, dass er sich kaum festhalten konnte. Es wirkte ein wenig wie in einem Harry Potter Film: „unsichtbare Kräfte“ trieben ihn zurück, ohne dass er groß etwas dagegen tun konnte.

Zurück in Taichung stand nun die Wahl: mit dem Roller zurück nach Hause, oder doch lieber mit dem Taxi? Da in Bahnhofsnähe das Wetter einigermaßen stabil wirkte, wagten wir den Ritt mit dem Roller. Dieser sollte sich dann aber doch noch länger hinziehen, denn Wind und der einsetzende Regen ermöglichten mir im Schnitt nur mit 20-40 km/h vorwärts zu kommen.

Und heute? Die ganze Nacht bis jetzt zu diesem Moment wütet der Taifun schon mit seiner vollen Stärke. Es ist sehr windig, und es gießt ununterbrochen wie aus Eimern. Da wir ja aber auch irgendwann mal etwas essen müssen, kam unweigerlich der Moment, in dem wir raus MUSSTEN. Da wir vermuteten, dass der nächste 7-11 schon von den umliegend wohnenden Studenten leer gekauft worden sei, entschieden wir uns einfach ein Stück weiter zum nächsten Bäcker zu fahren. Also rollten wir los. Im Schneckentempo. Ein erschreckendes Bild bot sich uns, als wir die Brücke über den sonst so kleinen Fluss überquerten. Schon beim letzten Taifun hatte ich eine Vorahnung bekommen, weshalb dieses Rinnsal – meist nicht breiter als 1-2m, ein über 120m breites Flutbett hat. Ich würde grob schätzen, links und rechts vom Fluss waren beim Überqueren der Brücke jeweils noch rund 20-30m frei. Der Rest war von einer braunen Flut bedeckt, die sich vor der Bildern der Jahrhundertflut in Deutschland kein bisschen verstecken muss.

Taifun in TaiwanVor dem Bäcker fuhr ich dann direkt bis an die Tür vor – und musste trotzdem in einer rund 30cm tiefen Pfütze parken. Der Bäcker sah auch schon gut geplündert aus, allerdings fanden wir noch ein paar kleine Brote, und etwas Süßkram, sowie zwei Flaschen Milch. Der Rückweg war dann ähnlich spannend wie der Hinweg, nur dass einem die nasse, am Leib klebende Kleidung und der harte, kalte, herabprasselnde Regen die Vorfreude auf das wieder Daheim sein, verstärkten.

Nun sind wir wieder da, und ich habe mal vor der Tür versucht ein paar Bilder zu machen, allerdings wirkt es leider nicht annähernd so authentisch. So, und da ich ja heute eh nichts Besseres zu tun habe, werde ich mich nachher gleich weiter an den Bericht und die Fotos von unserem Urlaub setzen, wird ja auch Zeit dafür! 🙂

Ps.: Hab mal eben noch 2 Bilder bei facebook rausgesucht, die die Situation etwas treffender wiedergeben:
Taifun in TaiwanTaifun in Taiwan

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