(Il)legale Dachausbauten & Fotoserie von der Uni und Wohnanlage

Vor zwei oder drei Wochen habe ich mir endlich einmal die Zeit genommen und bin in den obersten Stock unseres Hochhauses zu fahren. Eigentlich wollte ich dabei nur die Aussicht genießen, dabei ist mir aber ein Thema eingefallen, dass mich vergangenes Jahr schon einmal beschäftigt hat: die Bebauung von Hochhäuserdächern in China!
Außerdem habe ich das schöne Wetter der letzten Tage genutzt, endlich mal ein paar Fotos von der Uni und meiner Wohnanlage zu schießen.

2013 machten Schlagzeilen wie: Kurz & Krass: Zwei Häuser auf einem Dach, China: Tempel auf Hochhaus erzürnt Anwohner und Chinese baut sich Steinvilla auf Hochhaus die Runde in den deutschen Medien. Derartige Vorkommnisse und entsprechende Berichte gibt es zwar nicht erst seit einem Jahr, allerdings sorgen die stetig weiter steigenden Immobilienpreise dafür, dass sie in China immer häufiger und vor allem kreativer werden.
Nun stand ich also am 15. November auf unserem Dach, quasi im 19. Stock, und ließ den Blick über die Wohnanlage schweifen.

Mein "Block" :D
Mein „Block“ 😀

Dabei fiel mir auf, dass die Hütten auf allen Gebäuden doch ziemliche Unterschiede aufweisen.Blick auf die Aufbauten meiner WohnanlageIch wanderte auf die andere Seite herum (in der Mitte des Daches steht ein kleines Türmchen, dass ich später auch noch bestiegen habe) und stellte fest, dass sich auch bei „uns“ schon jemand ein kleines Häuschen hingesetzt hat. Ein einfaches Fundament sowie drei Haufen Sand, Ziegel und Zement zeugten sogar davon, dass noch ein Weiteres in Bau war!

Hütte #1 auf unserem Dach.
Hütte #1 auf unserem Dach.

Vorgestern lockte mich der strahlende Sonnenschein wieder aufs Dach. Dort fand ich neben viel Gemüse, dass parallel zur Wäsche aufgehängt worden war, nun kein Fundament mehr, sondern einen fertigen Rohbau!

Tradition und Moderne - Trocknendes Gemüse im 19. Stock.
Tradition und Moderne – Trocknendes Gemüse im 19. Stock.
Bei meinem letzten Besuch stand lediglich die unterste Reihe Ziegel!
Bei meinem letzten Besuch stand lediglich die unterste Reihe Ziegel!
Der fertige Rohbau.
Der fertige Rohbau.

Da war ich zunächst ganz schön platt und das erklärt im Nachhinein auch, warum unsere Einfahrt in letzter Zeit häufig so aussah:Zement in der Einfahrt.Wie auch in den oben verlinkten Artikeln angesprochen wird, eint (fast) all diese Bauten, dass sie ohne offizielle Genehmigung und damit illegal sind. In meinem Fall ist das Ausmaß glücklicherweise nicht so extrem wie beispielsweise bei der dort erwähnten Steinvilla. Trotzdem frage ich mich natürlich, was für ein Prozedere dem Bau vorhergeht und was für Leute letztlich involviert sind.
Handelt es sich beispielsweise ausschließlich um wohlhabende und/ oder einflussreiche Mieter, die ihre Vermieter oder lokale Behörden bestechen und damit eine inoffizielle Erlaubnis erwirken? Oder beansprucht einfach der Mieter im obersten Stockwerk die Dachterfrasse für sich und legt dann los? Es muss einfach ein unglaublicher Aufwand zu sein, all die Baumaterialien im Fahrstuhl nach oben zu transportieren. Hinzu kommt, dass viele Leute ganze Gärten, „Wäldchen“ und Fischteiche anlegen, sobald ihre Häuschen vollendet sind.
Aber wer weiß, vielleicht ergibt sich ja noch einmal eine günstige Gelegenheit, mit einem der Betroffenen persönlich zu sprechen, und mehr über all dies zu erfahren! 😉

Aber nun zu den Fotos: Diese habe ich vorgestern bei schönem Wetter und im Schnelldurchlauf auf dem Campus und in meiner Wohnanlage geschossen. Damit sollen sich vor allem diejenigen, die in Zukunft hierherkommen (wollen), schon einmal ein Bild machen können. Allerdings muss ich dazu sagen, dass der Campus im Augenblick die reinste Baustelle ist. Ich hoffe sehr, dass sich das bis zum nächsten oder übernächsten Semester ändert (entsprechende Fotos habe ich aber nicht beigefügt, da ich die Uni ja in keinem schlechten Licht darstellen will und ich einige der Bauarbeiten auch sehr begrüße 😉 )!
Außerdem gibt es noch ein paar Bilder von heute Morgen: da hatte ich nämlich richtig Glück, denn als ich aus dem Fenster blickte, spielte sich dort ein echt beeindruckendes Szenario aus Nebel, Sonne und blauem Himmel ab (Ich hoffe, die Fotos spiegeln die Atmosphäre wenigstens etwas wieder)! 🙂 Hier schon einmal ein kleiner Vorgeschmack:

Vorgestern bei Sonnenschein.
Vorgestern bei Sonnenschein. Und ja, ich weiß, das sieht aus wie Smog, es sind aber größtenteils Wolken. Wirklich! 😀
... und so heute Morgen! Von der Fabrik ist außer dem Dampfaustoß nicht mehr viel zu sehen.
… und so heute Morgen!

Gestern hatte ich bei einem Besuch in Malous Wohnung auch erstmals die Gelegenheit die Gegend um das Osttor der Uni aus der Luft zu betrachten. Bei schönem Wetter will ich das unbedingt noch einmal wiederholen, da das Gebäude noch einmal 6 Stockwerke höher ist und sich auch das alltägliche Leben besser beobachten lässt! Malou vor dem östlichen Horizont.

Und bevor Ihr es nun endgültig zum Fotoalbum geschafft habt, hier noch drei Schnappschüsse:

"Wurstgirlande" im ~20. Stock.
Was haben die denn da in der Küche hängen, dachte ich mir so von Weitem. Nun ja, eine Wurstgirlande hängt dort im ca. 20. Stock des gegenüberliegenden Hauses! 😀

Felder neben meiner Wohnanlage.

"Kleinfelderei"? Von wegen!
Um euch mal eine Größenvorstellung zu geben: das abgebildete Feld ist nur ein Bruchteil des ummauerten Bereichs auf dem vorhergehenden Foto. Und das steht mitten in der Stadt – verrückt! (Allerdings bin ich mir sehr sicher, dass es in den nächsten Jahren verschwinden wird. Am Rande des sprichwörtlich „grünen Bereichs“ auf dem vorhergehenden Bild könnt ihr die neue Metro-Linie sehen, an der Tag und Nacht gebaut wird. Mit ihr wird sich die Verstädterung und der Ausbau von Wenjiang noch einmal drastisch verstärken und verschnellern, davon bin ich überzeugt!

Und nun viel Spaß mit den verbleibenden Bildern von der Uni und Wohnanlage! 🙂
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