Handykauf, verrückter Traum und viele „Smarties“

Ich sitze immer noch an meiner Hausarbeit, aber damit sich nicht wieder alles anstaut, was ich berichten möchte, gibt es heute einen kurzen Beitrag:

Wetter
Draußen regnet es seit gestern abend ununterbrochen und in Strömen, was angesichts des für diesen Monat erwarteten Niederschlags etwas verwunderlich ist (ich meine, kommt dann an den anderen Regentagen überhaupt noch etwas runter?!). Das Titelbild oben sollte den nebligen, grauen Himmel, den Regen und die Atmosphäre etwas einfangen… Naja, immerhin habe ich es versucht! 😀

Klimatabelle Chengdu
Quelle: wetterkontor.de

Kurierdienst und Handykauf
Nach all der Kritik in den letzten Posts, muss ich heute auch mal ein paar lobende Worte finden: Kurierdienste in China arbeiten echt flott! Innerhalb der letzten Woche haben meine Mitbewohner und ich einige Online-Bestellungen vorgenommen und waren dabei sehr zufrieden. Beispielsweise bekam bekam ich einmal circa um 9 Uhr morgens eine zustäzliche Anfrage zu meinen Kontaktdaten, gegen Mittag schickte ich meine Antwort raus und gegen 5 Uhr am Nachmittag war mein Päckchen schon da – topp!

Unter anderem habe ich mir dabei jetzt ein neues Handy gekauft (Marke und Modell spielen für das Folgende keine Rolle, wer aber wie ich kein Fan der immer größeren Bildschirme ist und einen Tipp will, kann mich gern anschreiben, da ich nun einmal gerade im Thema drin bin).
Wie auch immer – kürzlich habe ich auf einer großen Technik-Website gelesen, dass immer mehr Deutsche ihre Handys in China kaufen oder diese privat importieren. An dieser Stelle möchte ich darum meine Erfahrungen mit allen teilen, die auch mit dem Gedanken daran spielen.

Auf chinesischen Handys werdet ihr vergeblich nach Google Play, Google Mail, Google Diensten und sämtlichen Apps, die diese verlangen, suchen. Das bedeutet, dass ihr euch entweder vollständig auf andere Möglichkeiten zur App Beschaffung verlassen, oder euer neues Handy direkt rooten müsst. In einem Selbstversuch installierte ich Google Play und die entsprechenden Dienste manuell, doch selbst unter Verwendung eines VPN stürzen die Apps einfach ab. In diversen Online-Foren gibt es Berichte, dass sich dieses Problem angeblich leicht umgenehen ließe, ich selbst habe mich jedoch vergeblich damit abgemüht. In anderen Quellen steht wiederum, dass die Volksrepublik die standardmäßige Installation von Google Produkten auf Smartphones gesetzlich verboten hätte. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen, allerdings würde es mich auch nicht wundern, wenn dem tatsächlich so wäre.
Insgesamt habe ich mit der Abstinenz von Google auf meinem Handy aber kein wirkliches Problem. Ärgerlich wird es aber spätestens dann, wenn ihr in Google Play auch kostenpflichtige Apps erworben hat. In meinem Fall betrifft dies lediglich eine einzige App, auf die ich nun erst einmal verzichten werde(n muss). Sollte es bei euch aber um mehrere Apps gehen, ohne die ihr „nicht mehr leben könnt“ und für die ihr (logischerweise) nicht noch einmal bezahlen wollt, empfehle ich euch die App Helium. Mit ihr könnt euch ein vollständiges Backup erstellen und damit selbst kostenpflichtige Apps auf euer neues Gerät übertragen (leider funktioniert die Anwendung jedoch nicht auf Motorola Geräten und den Sony Xperia S und Z).

Komischer Traum
Vor zwei Tagen hatte ich einen äußerst merkwürdigen Traum. Ich träumte, dass ich verschiedene Räume einrichten müsste. In den jeweiligen Zimmern war ich aber nie allein. Eine ganze Schar namhafter Politiker, darunter unter anderem Gerhard Schröder, Edmund Steuber, Guido Westerwelle und Horst Seehofer begleitete mich und diskutierte mit mir über den sinnvolsten Standort von Tischen, Regalen und Schrankwänden…
Keine Ahnung, was es damit auf sich hat. Ich war zumindest reichlich verwirrt, als ich am Morgen aufwachte. Aber vielleicht war das ja auch ein Wink meines Unterbewusstsein hinsichtlich der noch immer sehr kargen Einrichtung meines Zimmers? 😉

Mein (noch) leeres Zimmer.
Mein (noch) leeres Zimmer.

Kalligraphie
Eine weitere positive Nachricht: Am vergangenen Mittwoch hat unser Kalligraphie-Unterricht begonnen. Der Dozent ist eigentlich Gechäftsmann und kein Künstler und er beschäftigt sich daher lediglich in seiner Freizeit mit Kalligraphie, chinesischer Dichtkunst und Malerei. Angesichts unseres Niveaus sollte das aber keine Rolle spielen, zumal er trotzdem einen recht kompetenten und sympathischen Eindruck auf mich gemacht hat und wir alle ein Buch mit Auszügen seiner Werke erhalten haben.
Für den Anfang haben wir uns mit der Siegelschrift beschäftigt. Der Unterricht wird aber noch bis gegen Ende des Jahres stattfinden und ich bin gespannt, wie weit wir insgesamt kommen werden. 🙂

Chinesische Siegelschrift. Links mein Versuch und rechts wie es aussehen sollte.
Chinesische Siegelschrift. Links mein Versuch und rechts wie es aussehen sollte.

Medizin & Arztbesuch
Vorgestern abend fühlte ich mich plötzlich total schlapp und hatte neben den seit zwei Wochen (nur nachts) wiederkehrenden Halsschmerzen auch noch Kopfschmerzen. Darum entschied ich mich gestern früh für einen Arztbesuch. Ich kam also an, stellte mich vor, erzählte was mir fehlte und sagte, dass ich gern mit traditioneller chinesischer Medizin (TCM) behandelt werden würde. Es kam jedoch mal wieder alles anders. Der Arzt meinte, dass mein Hals entzündet sei und dass ich (leichtes!; Anm. von mir) Fieber habe. Bei Fieber sei eine Behandlung mit TCM generell nicht zu empfehlen und es müsse generell erst einmal das Fieber gesenkt werden, bevor er mir irgendwelche Medikamente geben könne. Aus diesem Grund schlug er vor, mir doch erst einmal eine dicke Spritze in den Allerwertesten zu geben… und 3 Stunden später dann noch eine. Die Entzündung ließe sich unter dem Einfluss des Fiebers nämlich nicht sehr effektiv behandeln, allerdings rühre das Fieber von der Entzündung her – quasi ein Teufelskreis, der die Spritze unabdingbar mache.
An der Stelle habe ich dann erst einmal eingehakt und ihm mitgeteilt, dass ich wegen einem halben Grad Fieber ganz sicher keine Spritzen in den Po bekommen werde. Des weiteren wäre mir TCM nicht nur lieber gewesen, weil es auf Naturbasis ist (und damit bei so banalen Dingen wie Halsschmerzen für mich die bevorzugte Wahl darstellt), sondern weil ich auf Grund meiner Erfahrungen aus Taiwan schon eine gewisse Vorahnung hatte, was mich bei westlicher Medizin erwarten würde…

Arznei-Wahnsinn in China.
Arznei-Wahnsinn in China.

…es scheint nämlich so, dass man es hier regelrecht LIEBT, Tabletten zu verteilen. Das auf dem Bild entspricht nämlich gerade mal einer meiner täglichen drei Rationen und ich würde behaupten, dass ich damit locker mit den meisten Rentnern in Deutschland konkurrieren kann!
Im Anschluss wurde ich direkt noch vom Arzt, seinen zwei Schwestern und der Frau des Praxisbesitzers zum Essen eingeladen und es wurden – selbstredend – die persönlichen Kontaktdaten ausgetauscht (heute morgen kam dann direkt eine Nachricht, ob sich die Medizin denn bewährt habe). Und in der Tat geht es mir schon besser! Hoffentlich bleibt das auch so, denn so schön und „smartiehaft“ die ganzen Tabletten auch aussehen, würde ich für den Rest meines Aufenthaltes hier doch gern auf sie verzichten! 🙂

UPDATE 13.10.2014
Nachdem die Pillen alle waren, ging es leider wieder bergab. Darum war ich heute noch einmal beim Arzt und dieses Mal gab es dann aber chinesische Medizin!

Meine individuelle Mischung aus 12 Kräutern zum selber aufgießen!
Meine individuelle Mischung aus 12 Kräutern zum selber aufgießen!

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