Guilin – die „schönste Landschaft unter dem Himmel“

In Guilin angekommen, – 3h Flug statt 26 h Zugfahrt machten’s möglich – staunten wir erst einmal über das andere Wetter, das feuchtwarme Klima, die vielen blühenden Blumen und die Palmen. Aber Smog und Nebel machten uns einen Strich durch die Rechnung die „schönste Landschaft unter dem Himmel“ zu bewundern, so wird Guilin nämlich im chinesischen Volksmund beschrieben. Am ersten Tag blieb es darum lediglich bei einem Ausflug in einen tollen Park mit vielen steilen Treppen, interessanten Höhlen und exotischen Vögeln. guilin (1)

Der nächsten Tag war glaube ich der schönste unserer ganzen Reise. Wusstet ihr, dass die Reisfelder eine der ältesten und primitivsten Erfindungen der Menschheit sind? So habe ich es letztens in einer Fernsehsendung gehört. Diese Reisfelder haben ihren ganz besonderen Charme, selbst jetzt im Winter, wenn sie nicht bestellt sind. Ewige Terrassen bis zum Horizont. Dahinter riesige hohe Berge. Es sah einfach genial schön aus.guilin (2)guilin (3)guilin (4)guilin (5)guilin (6)guilin (7)Wir hatten herrlichsten Sonnenschein bei ca. 20 Grad und Unsere 4h Wanderung führte uns immer schön zwischen den mehr oder weniger gekennzeichneten Wegen entlang. Meine Beine waren inzwischen dank Albis Fitnesstraining, jeden Tag zwischen 15 und 20 km zu laufen, entsprechend trainiert.guilin (8)Aber es ging nicht gerade, sondern immer schön steil nach oben oder nach unten. Dafür war dann die Belohnung in 1200 m Höhe ein grandioser Ausblick über die Reisfelderlandschaft. Riesige Bambuswedel wechselten mit Palmen, Kamelien, Kiefern und zarten Farnen. Glasklares Wasser, Graskarpfen, Hühner pickten dazwischen und so viele Schweine, die geschlachtet wurden an diesem Tag – Wahnsinn (Anm. Albi: Während unseres Besuchs blieb nicht einmal mehr eine Woche bis zum wichtigsten chinesischen Feiertag: dem traditionellen Neujahrsfest. Alten Bräuchen entsprechend schlachten zu dieser Zeit viele Menschen auf dem Land ein Schwein, um mit besonders viel Glück ins neue Jahr zu starten)! Ich könnte noch ewig weiterschwärmen.guilin (9)guilin (10)

Am Abend hat uns Albi eine Fuß- und Nackenmassage gegönnt – zu chinesischen Preisen (~5€ für je eine Viertelstunde Fußbad und Rücken-/ Nackenmassage sowie 40 Minuten Fußmassage). Danach fühlten wir uns wie neugeboren. Hinterher gab’s noch „Jiaozi“ (Maultaschen) zum Abendbrot, lecker. Wenn ich daran denke, wie lange wir gebraucht haben, bis wir auch nur eine annäherende Anzahl fertig hatten…!!! Und die rollen den Teig hier in einer affenartigen Geschwindigkeit aus, und so gleichmäßig, da können wir nur staunen.

Das Tüpfelchen auf dem i an diesem herrlichen Tag war eine Info von Albis Dozentin: Für seine ewig aufgeschobene Hausarbeit hatte er eine 1,3 bekommen. Er hat sich riesig gefreut und wir uns natürlich gleich mit. Ich habe mir die Arbeit von ihm noch durchgelesen, verstanden habe ich nicht alles, aber das muss ich,+ denke ich auch nicht (Thema: „Ländliche Entwicklungspolitik als Ausdruck der Urban-Bias-Theorie – Ein Vergleich von OVOP / OTOP in Japan und Thailand“ – Hand aufs Herz, wer weiß etwas darüber?) Abends schrieb Martha noch in ihrem Tagebuch, was wir an diesem Tag alles erlebt hatten und dann sind wir auch schon müde ins Bett gefallen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.