Alle Beiträge von Albrecht

Wie im Flug…

UPDATE 08.06.2017: Neben einem öffentlichen Tagebuch, wie ich es unten formuliere, ist dieser Blog vor allem eins für mich: ein Zeitmesser. Er macht mir immer wieder aufs Neue bewusst, wie schnell sich die Uhr dreht, und dass die besuchten Orte, das dort Erlebte sowie nicht wenige der gefühlt gerade erst kennengelernten Menschen schon wieder an mir vorbeigezogen sind. Anderthalb Jahre sind seit dem Eintrag unten vergangen, mein Bachelorabschluss, ein weiteres halbes Jahr in China und ein Monat in Taiwan liegen hinter mir und dennoch ist der Blog „nur“ um sieben Artikel reicher – von denen sich gerade einmal ein einziger auf mein Auslandsjahr in Chengdu vor nunmehr fast zwei Jahren bezieht.

Nun stehe ich aktuell wieder einmal an einem Wendepunkt und es sieht stark danach aus, als ob ich im nächsten Monat mit meinem ersten „richtigen“ Job ins Berufsleben einsteigen werde. Dass ich den Blog und meine unsichtbare Leserschaft dann stärker denn je vernachlässigen werde, daran habe ich (leider) keinen Zweifel. Doch bis es soweit ist, möchte ich doch noch ein paar Zeilen schreiben und ich beginne mit meinem jüngsten Urlaub in Taiwan!

Urlaub Taiwan März 2017

Ursprünglicher Eintrag vom 15.11.2015 Ein halbes Jahr ist vergangen, vieles ist passiert und trotzdem (vielleicht aber gerade auch deshalb) habe ich keine Zeit gefunden, hier mal wieder etwas zu veröffentlichen.

Während ich diese Zeilen schreibe, bin ich bereits wieder seit einem Monat in Deutschland. Nach einem goldenen Herbst und ein paar schönen, sonnigen Tagen mit blauem Himmel beginnt sich jetzt langsam aber sicher der Winter durchzusetzen. Bei meinem Studium beginnt nun ebenfalls die Schlussphase, weshalb ich auch entsprechend gut ausgelastet bin. Dennoch möchte ich gern noch die ein oder andere Geschichte aus China erzählen. Einmal, weil es spannende Erlebnisse sind, die die meisten so sicher noch nicht gemacht haben; zweitens, als eine Art Anregung für Reiseziele; aber eben auch für mich selbst.

In Taiwan ist es mir damals exakt genau so ergangen: Irgendwann bin ich abgedriftet und habe einfach nichts mehr geschrieben. Das finde ich im Nachhinein sehr schade, denn wenn ich jetzt zurückblicke, sind die Blogeinträge wie eine Art Tagebuch für mich, und bei jedem Durchlesen fallen mir noch mehr Geschichten ein – oder ich amüsiere oder wundere mich über meine Ansichten von damals.
In den nächsten Wochen und Monaten werde ich mich darum bemühen, dieses Kapitel China noch „zu Papier“ zu bringen. Der Einfachheit halber werde ich alle Artikel rückwirkend posten, das heißt, sie auf die Zeit, wo sie stattgefunden haben, datieren. Und falls das hier immer noch irgendwer verfolgen sollte, dem- oder derjenigen wünsche ich viel Spaß! 🙂

Der besseren Übersicht halber folgt hier noch eine kleine Übersicht. Diese Artikel habe ich schon (nachträglich 😉 ) erstellt:
Auslandsjahr Chengdu 2014/2015

Home, sweet home

Tag 1: Es ist Dienstag, der 28. Februar 2017. Mit gehetztem Blick eile ich durch Pekings Chaoyang Bezirk Richtung Sunflower Tower. Ein letzter Blick auf das teure vegetarische Restaurant, den koreanischen Supermarkt und den zwielichtigen „Friseur“. Dann bin ich weg. Die Zeit drängt. Drei Dinge hatten zuvor meine persönliche Anwesenheit erfordert und letztlich fast den gesamten Vormittag in Anspruch genommen: Wohnungsübergabe, die Kündigung meines Mobilfunkvertrages sowie Bankkontos. Doch nun heißt es Abschied nehmen. Zum einen von der Deutsch-Chinesischen Umweltpartnerschaft, einem Projekt der GIZ, bei dem ich in den vergangenen sechs Monaten ein Praktikum absolviert habe. Zum anderen von Peking und vom chinesischen Festland, denn um 13.55 Uhr geht mein Flieger.

Gerade noch pünktlich erreiche ich den Flughafen. Vorfreude macht sich breit und ein Dauergrinsen schleicht sich auf mein Gesicht. Nein, es geht nicht Heim nach Deutschland, zumindest noch nicht. Zunächst mache ich eine kleine Reise in die Vergangenheit, an einen Ort, dem ich einen Großteil meines jüngeren Werdegangs zu verdanken habe, von dem ich nicht glauben kann, dass mein letzter Besuch schon fast fünf Jahre zurückliegt und den ich schmerzlich vermisst habe: Ich fliege nach Taiwan. Home, sweet home weiterlesen

Spaziergang beim „alten Sommerpalast“

Ein fester Wohnsitz macht faul, zumindest in der Stadt. Vielleicht kennt ihr das Phänomen ja auch: Beim Besuch eines neuen Ortes seid ihr Feuer und Flamme, der zeitlich begrenzte Aufenthalt muss so effizient wie möglich gestaltet und jede noch so kleine Burg, Kirche, Tempelanlage, heilige Grabanlage, Museumsausstellung, Sehenswürdigkeit und und und… mitgenommen werden – von heiligen Bergen, einmaligen Wanderpfaden oder fantastischen Stränden ganz zu schweigen. Beim dauerhaften oder zumindest längerfristigen Umzug sieht die Sache jedoch ganz anders aus, diese Erfahrung habe ich in Taichung, Chengdu und auch jetzt in Peking machen dürfen. Nach kurzer Zeit machen sich Alltagsroutine und Bequemlichkeit breit und Ausflüge werden gemäß dem Motto: „Ich habe ja noch Zeit, das kann ich auch noch später machen/anschauen“ aufgeschoben. Spaziergang beim „alten Sommerpalast“ weiterlesen

Alle Jahre wieder…

…kommt das Christuskind. In Deutschland und anderen Ländern der westlichen Hemisphäre zumindest. In China gibt es zu dieser Jahreszeit ein anderes Phänomen: Dichter Smog hüllt den Norden des Landes ein und hält die Menschen in Geiselhaft. So auch in den letzten Tagen, wie unter anderem die Tagesschau berichtet hat. Für viele Deutsche ist so etwas unvorstellbar, zu diesem Schluss lassen mich zumindest die Reaktionen aus meinem Umfeld und persönliche Erfahrungen kommen. Für Chinesen und Ausländer, die schon längere Zeit hier verbracht haben, ist der Smog Teil des Alltags und niemand käme auch nur auf die Idee, sich über die speziellen Luftfilteranlagen in vielen Büros oder an Tagen mit schlechter Luftqualität über die vielen Maskenträger auf der Straße zu wundern. Doch wie kommt es überhaupt jeden Winter in Nordchina zu solch starkem Smog? Alle Jahre wieder… weiterlesen

Einer der Auszog, einen Berg zu erklimmen #2

So schön es auch ist, drängt sich mir am Nachmittag zunehmend mein Plan zurück ins Bewusstsein. Als ich der Meinung bin, genug gesehen zu haben, mache ich mich auf den Rückweg zur Bushaltestelle und zur nächsten Station. Die Fahrt geht vorbei an skurrilen Wasserparks. Gigantische Gummienten tummeln sich neben diversem Wasserspielzeug in einem von Algen (und vermutlich schlimmeren, unsichtbaren Inhaltsstoffen) geplagten Fluss. Den zweiten Bus ersetze ich kurzerhand durch ein illegales Taxi – die Armadas offizieller Taxis aus Chinas Großstädten sucht man in vielen ländlich geprägten Gegenden vergeblich. Mein Fahrer hat zwar noch nie etwas von der „Tausend-Buddha-Felswand“ gehört, aber gegen 16.30 Uhr erreiche ich mein Ziel – oder zumindest glaube ich das: Auf der Suche nach der Felswand werde ich von ein paar Einheimischen ausgelacht, andere schütteln einfach nur den Kopf. Schnell stellt sich heraus, dass die im Internet auf verschiedenen Reiseportalen und Kartendiensten angegebene Adresse schlichtweg falsch und die gesuchte Felswand in Wirklichkeit genau jene ist, die ich zuvor bereits beim Shentong Tempel bestaunt hatte. Aber alles kein Problem, schließlich bin ich mit dem bisherigen Verlauf des Tages sehr zufrieden. Ein paar Minuten lang wandere ich aus Spaß die Straße zur vermeintlichen Felswand hinauf, und sehe nichts außer Äpfeln, Äpfeln und Äpfeln. Der gesamte Ort lebt scheinbar vom Verkauf und an den Straßenrädern stapeln sie sich meterweise. Irgendwann heißt es dann: Zurück zum Bus, zurück nach Jinan, denn der Höhepunkt des Tages liegt ja noch vor mir: die Besteigung des Berg Taishan bei Nacht, um in aller Frühe den Sonnenaufgang erleben zu können! Einer der Auszog, einen Berg zu erklimmen #2 weiterlesen

Einer der auszog, einen Berg zu erklimmen #1

„Pünktlich“ 50 Tage und den nächsten laaangen Urlaub später folgt nun endlich die Fortsetzung meines Jinan Ausflugs. Um Euch, meinen „zahlreichen Lesern“, eine kleine Erinnerungshilfe zu geben, hier noch einmal, was zuletzt geschah: An einem verlängerten Wochenende um 中秋節, den chinesischen Mittherbst, besuche ich Jinan, die Hauptstadt Shandongs. Nach einem Erkundungsausflug in die Stadt werde ich am ersten Abend im Hostel zum Essen eingeladen. Es gibt reichlich Speis und Trank, wobei ersteres einfach nur köstlich und letzteres mehr als nur ein kleines Verdauungsschnäpschen ist. Der Abend wird daraufhin länger und die Nacht deutlich kürzer als geplant. Einer der auszog, einen Berg zu erklimmen #1 weiterlesen

„Die beste Quelle unter dem Himmel“

Man nehme einen nationalen Feiertag, füge einen glücklich erhaltenen freien Tag hinzu und addiere dies mit einem Wochenende – fertig ist die perfekte Gelegenheit für einen kurzen Ausflug. Im vergangenen Jahr hatte ich bei ähnlichen Gelegenheiten bereits einige, vornehmlich im chinesischen Südwesten gelegene Gebiete erkunden können. Mit dem Praktikum in Peking habe ich nun die Chance, auch den Osten und Nordosten besser kennenzulernen. „Die beste Quelle unter dem Himmel“ weiterlesen

Ich bekenne, …

…, dass ich aufhören sollte, Versprechen über neue Blogeinträge abzugeben.

Wieder einmal ist ein Jahr vergangen, wieder einmal habe ich die aus dem Auslandsjahr noch ausstehenden Erlebnisse nicht zu Papier gebracht und wieder einmal halte ich an der Hoffnung fest, dies hoffentlich doch noch irgendwann zu tun. Je länger ich warte, desto mehr muss ich schließlich darum fürchten, dass mir die Erinnerungen endgültig entgleiten und gleichzeitig wird die Liste an „würdigen Themen“ immer länger. Bevor ich allerdings in Gedanken schwelge und mich in den hintersten Winkeln und Verwindungen meines Hirns auf die Suche nach Erinnerungsfetzen begebe, möchte ich euch (wer auch immer ihr sein mögt [Kommentare sind stets willkommen 🙂 ]) kurz auf den aktuellen Stand der Dinge bringen. Ich bekenne, … weiterlesen

In den Siguniang Bergen 3

Tag 3. Haizigou:
Heute machen wir nicht den selben Fehler und stehen erst kurz vor 8 Uhr auf. Meine beiden Mädels sind immer noch grummelig und haben Fußschmerzen von der (durch mich verschuldeten) Lauftortur am Vortag. Dabei steht mit dem „Tal der Seen“ noch der Höhepunkt unseres Ausflugs aus. Es ist nicht nur lauftechnisch das anspruchsvollste der drei Täler, es ist auch das am höchsten gelegene. Wir gehen es trotzdem erst einmal entspannt an, denn allein zum Eingang geht es eine 250m lange Treppen nach oben. In den Siguniang Bergen 3 weiterlesen

In den Siguniang Bergen 2

Tag 2. Changpinggou:
Wir stehen kurz nach den ersten Sonnenstrahlen auf und stellen fest, dass wir die ersten sind. Die gesamte Unterkunft schläft noch – inklusive den Besitzern. Da wir nicht mit hungrigen Mägen losmarschieren wollen, müssen wir wohl oder übel warten. Gegen 8 Uhr gibt es dann Frühstück und das Warten hat sich mehr als gelohnt, denn alles ist hausgemacht und wir dürfen sogar in der urigen Küche der Besitzerfamilie speisen! In den Siguniang Bergen 2 weiterlesen